Christine Plachki-Pleikies
Kunsttherapie / Psychotherapie
Atelier & Praxis

Bilder sind die Sprache der Seele

Der Mensch denkt und träumt in Bildern. Bilder zu schaffen und der Drang ab-zu-bilden ist ein ursprünglicher Bestandteil des Menschseins, welcher langsam zu verkümmern droht (nur Kinder tun es auch heute noch ganz selbstverständlich). Kunsttherapie ist eine junge therapeutische Disziplin. Sie greift auf dieses menschliche Bedürfnis zurück indem sie mit bildnerischen Mitteln arbeitet. So gräbt sie verschüttete Potentiale wieder aus und verwandelt sie in hilfreiche und heilsame Energien.

KunsttherapeutInnen haben die Sprache der Bilder und den Umgang mit Farben und Formen erlernt. Sie können damit, und mit einer umfangreichen therapeutischen Ausbildung, gezielt arbeiten. Oft gibt es Dinge, die sind kaum in Worte zu fassen oder Hilfesuchende haben Probleme, sich zu artikulieren. Dann kann die nichtsprachliche Form des Gestaltens von ebenso großer Bedeutung wie das therapeutische Gespräch werden. Gerade heutzutage, wo Verstand und Sprache regieren, ist es "Notwendig" mit unseren inneren Bildern wieder in Verbindung zu kommen, sie herauszusetzen und somit blockierte seelische Energien wieder in Fluss zu bringen. Frau Dr. med., Dipl.-Psych. Gisela Schmeer (Kunsttherapeutin und Psychoanalytikerin) hat dies mit folgenden Worten sehr treffend ausgedrückt:

"Mehr als Worte verdeutlichen oft Bilder den Konflikt, die Störung aber auch die Ressourcen eines Patienten der sich in psychotherapeutische Behandlung begibt."

Anwendungsgebiete

Heute ist Kunsttherapie bereits in vielen Kliniken (Reha, Psychosomatik, Psychiatrien) etabliert und anerkannt. Sie bietet - oftmals in Verbindung mit analytischen, systemischen oder körperorientierten Verfahren - einen neuen Zugang auf den Gebieten der Prophylaxe, der Diagnostik und der Behandlung von psychischen und psychosomatischen Störungen, ebenso bei der Begleitung von chronisch kranken und sterbenden Menschen.

In ambulanten Praxen ist Kunsttherapie noch immer ein Pionier der psychotherapeutischen Arbeit und befindet sich hier leider (noch?) nicht im Leistungsverzeichnis der Krankenkassen.

Inhalte und Ausbildung

Was hat Kunsttherapie mit Kunst zu tun? Was ist Kunst? Würde es nicht besser Gestaltungstherapie heißen? An solchen und ähnlichen Fragen haben sich schon viele heiße Diskussionen entfacht, und manche Hilfesuchenden meinen, sie selbst könnten mit Kunst wenig anfangen.

Meiner Ansicht nach ist jede Form von künstlerischer Tätigkeit, sei es musikalisch, mit Worten oder bilderischem Gestalten, eine kulturelle Leistung des Menschen. Sie ermöglicht uns Erfahrungen auf einer anderen Bewußtseinsebene. Die Fähigkeit zu symbolisieren und zu abstrahieren oder zu form-ulieren (in Form zu fassen) hat der Mensch als besondere Gabe mitbekommen. Diese persönlichkeitsbildende Kraft der Kunst wirkt auch im kunsttherapeutischen Prozess.

In Deutschland gibt es zwei Fachhochschulen für Kunsttherapie, wo nach 8 Semestern Studium die Diplomprüfung abgeschlossen wird. Daneben besteht die Möglichkeit an verschiedenen Instituten eine berufsbegleitende kunsttherapeutische Aus- oder Weiterbildung zu absolvieren. Eine Möglichkeit nach freiberuflichen Kunst- und Gestalttherapeuten in Ihrer Nähe zu suchen bietet die Website des Deutschen Fachverbandes für Kunst- und Gestaltungstherapie (DFKGT).