Christine Plachki-Pleikies
Kunsttherapie / Psychotherapie
Atelier & Praxis

Ein Beispiel

Kunsttherapie will erfahren/erlebt werden, hier zählt das Tun, nicht die Theorie. Da ich immer wieder gefragt werde, wie man sich das denn vorstellen könne folgt hier ein kurzes Beispiel für den möglichen Beginn einer Therapiestunde: Sie sitzen mir gegenüber an einem Tisch. Vor Ihnen liegen Papier und ein vielfarbiges Sortiment von Ölkreiden. Sie sagen, Sie könnten aber nicht malen und wüssten auch nicht was Sie machen möchten. Ich frage Sie nach Ihrer momentanen Stimmung und welche Farbe diese Stimmung hätte.

Ein Klient hat sich in der Sitzung mit Fragezeichen über dem Kopf gegenüber seines Therapeuten gemalt. Sie wählen eine Farbe und probieren sie auf dem Blatt aus. Das können Kritzelstriche oder Flächen sein, was immer Ihre Hand gerade machen möchte. Nun wäre es möglich, dass die vorhandene Farbe eine "Gegenfarbe braucht", oder dass Sie plötzlich eine Form auf dem Blatt an etwas erinnert und sie weitermalen möchten, oder dass Sie noch mehrere Farben ausprobieren möchten, oder dass... und schon sind Sie mitten im Tun.

Ein Fluss muss nicht angeschoben werden, er fließt von alleine. So ähnlich "funktioniert" eine gute kunsttherapeutische Stunde. Dieses Beispiel ist nur eine von vielen Varianten des Einstiegs in die kunsttherapeutische Arbeit.

Es gibt ein großes Spektrum (vom Formenzeichnen über Textilarbeiten bis zum Maskenbau) und jede Kunsttherapeutin gestaltet ihre Arbeit nach ihren inneren und äußeren Möglichkeiten und natürlich nach den Bedürfnissen der Hilfesuchenden.

Es gibt kein "richtig" oder "falsch"

Oft entstehen Bilder, wie Kinder sie malen, einfach, spontan, frisch und bunt. Manchmal genügt der alleinige Strich einer Lebenslinie um damit in die inneren Bilder der eigenen Biographie einzusteigen. Meistens wechseln sich Phasen des Malens mit Phasen des Gesprächs in stimmigem Rhythmus ab. Denn das Wichtigste ist ja, was die Autoren dabei erleben und wie sie sich dabei fühlen.

Auf dem Papier können auch schwierige Themen durch Symbole gestaltet und bearbeitet werden. Hier ist ein ungefährliches "Probehandeln möglich", was dann vielleicht später im Alltag erprobt werden kann. Es kann auch sein, dass im Laufe der Arbeit andere Gestaltungsmittel angesagt sind, wie z.B. Wasserfarben, Kohlestifte, Ton oder Modelliermasse, oder andere dreidimensional zu gestaltende Materialien. Zu alledem verwende ich auch Elemente aus der Gestalttherapie oder körperorientierte Übungen wenn die Hilfesuchenden sich auf eine Arbeit damit einlassen können.

Arbeitsweise

Ich persönlich lege den Schwerpunkt auf den stützenden und stärkenden Aspekt der Arbeit, denn erst wenn die Hilfesuchenden eine solide seelische Basis (ausreichend gutes Selbstwertgefühl) haben, können sie sich erfolgreich mit den unangenehmen Teilen ihrer Problematik auseinandersetzen. Wie tief eine Arbeit gehen soll bestimmen immer die Hilfesuchenden.

An erster Stelle steht für mich aber, wie bei allen Psychotherapien, der Aufbau eines Vertrauensverhältnisses was natürlich auch die absolute Schweigepflicht beinhaltet.